Spielzeug kaufen: Worauf es ankommt
Was kostet gutes Spielzeug?
Eine ehrliche Antwort: sehr unterschiedlich, und der Preis sagt für sich genommen wenig. Es gibt hervorragende Holzbausteine für 25 Euro und enttäuschende Sets für 80. Aussagekräftiger als der Preis ist der Preis pro Jahr - ein Bausatz für 60 Euro, der vier Jahre bespielt wird, ist günstiger als drei Sets zu 25, die je einen Sommer halten.
Sehr niedrige Preise sind allerdings ein Signal. Unter einer bestimmten Grenze lässt sich weder gutes Material noch eine Sicherheitsprüfung finanzieren.
Welche Kriterien zählen wirklich?
Nachkaufbarkeit. Gehen einzelne Teile verloren - und das tun sie -, entscheidet sich hier, ob das Spielzeug weiterlebt oder komplett ausfällt. Bei Klemmbausteinen und Holzeisenbahnen sind Einzelteile problemlos nachzubekommen, bei Systemen ohne Standardmaße nicht.
Kompatibilität. Passt Neues zum Vorhandenen? Eine Bahn, die zu den vorhandenen Schienen passt, wird bespielt; ein zweites, inkompatibles System landet daneben.
Material. Bei Holzspielzeug zeigt ein Blick auf die Kanten mehr als jede Produktbeschreibung. Bei Kunststoff ist der Geruch der beste Indikator.
Offenheit. Je weniger das Spielzeug vorgibt, desto länger trägt es - siehe Spielzeug-Arten im Vergleich.
Lohnt sich der Aufpreis für Markenware?
Bei Systemen ja, bei Einzelstücken oft nicht. Der Wert von LEGO oder Playmobil liegt darin, dass alles zueinander passt, jahrzehntelang kompatibel bleibt und einen funktionierenden Gebrauchtmarkt hat. Bei einem einzelnen Kuscheltier oder einer Sandform zahlst du dagegen vor allem die Lizenz auf der Verpackung.
Neu oder gebraucht?
Gebraucht ist bei robustem Material die vernünftigste Option - Holzklotze und Klemmbausteine überstehen mehrere Kinder problemlos, und der Preisunterschied ist erheblich. Ausnahmen sind alles mit Elektronik, Helme sowie Textilien, die sich nicht heiß waschen lassen.
Bei Gebrauchtem gilt besonders: auf Vollständigkeit achten. Ein Bausatz mit fehlenden Teilen ist kein Schnäppchen, sondern eine Enttäuschung mit Ansage.
Wann ist der beste Zeitpunkt zum Kaufen?
Außerhalb der Saison. Gartenspielzeug ist im Herbst deutlich günstiger, Brettspiele im Frühjahr. Wer nicht zum Fest kaufen muss, zahlt spürbar weniger - und bekommt eher das Modell, das er wollte, statt des Modells, das noch da ist.
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