unterstützt Eltern in der Medienerziehung

Gesetzliche Rahmenbedingungen

Ein problematisch Mediennutzung ist nicht nur eben problematisch, sondern kann auch mit dem Gesetz in Konflikt geraten:

So gilt auch für Kinder und Jugendliche z.B. der im Zusammenhang mit Pornografie  der Artikel 197 StGB, nach dem es verboten ist, pornographisches Material unter 16jährigen anzubieten, zu zeigen, zu überlassen oder zugänglich zu machen.

Empfangen Kinder unter 16 Jahren solche Darstellungen, gelten sie als Opfer. Sie machen sich jedoch strafbar, wenn sie ihrerseits diese Darstellungen anderen unter 16-Jährige zeigen oder weiterleiten etc.

Genauso strafbar wie Erwachsene machen sich Kinder und Jugendliche, wenn sie harte Pornografie besitzen oder anderen zur Verfügung stellen usw. Als Besitz gilt  bereits, wenn jemand vorsätzlich Material mit illegaler Pornografie anklickt und so downloadet.

Starfbar machen sich auch unter 16jährige, wenn sie sich oder andere unter 16jährige bei sexuellen Handlungen fotografieren oder filmen. Sie erfüllen damit den Tatbestand der Produktion von Kinderpornografie.

Analog dazu gelten auch für Kinder und Jugendliche die Einschränkungen bei Gewaltdarstellungen gem. Art. 135. StGB.

Die schweizerische Recht kennt zwar keinen Tatbestand, der Cybermobbing an sich unter Strafe stellt.

Doch die Liste der Tatbestände, die beim Cybermobbing in den von uns besprochenen Formen relevant sein können, ist beachtlich. Lesen Sie selbst:

  • Unbefugtes Eindringen in ein Datenverarbeitungssystem Art. 143bis StGB
  • Betrügerischer Missbrauch einer Datenverarbeitungsanlage Art. 147 StGB
  • Datenbeschädigung Art. 144bis StGB
  • Unbefugtes Beschaffen von Personendaten Art.179novies StGB
  • Erpressung Art. 156 StGB
  • Üble Nachrede Art. 173 StGB
  • Verleumdung Art. 174 StGB
  • Beschimpfung Art. 177 StGB
  • Drohung Art. 180 StGB
  • Nötigung Art. 181 StGB

Fühlen sich die Opfer zudem in ihrer Persönlichkeit verletzt (Art. 28 ZGB), können sie zivilrechtlich gegen die Täter vorgehen.

Es ist sicher nicht nötig, dass Kinder und Jugendliche all diese Gesetzestexte im Detail kennen. Sie sollten aber wissen, dass auch im Internet nicht alles erlaubt ist, was möglich ist. Dass gewisse Inhalte und Handlungen zu Recht verboten sind. Und dass sie im Gegensatz zur weitverbreiteten Meinung nicht etwa erst mit 14 oder 16 Jahren strafmündig sind, sondern bereits mit 10 Jahren.