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Was sagt das Gesetz zu Pornografie?

In der Schweiz gilt:

  • Für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren ist Pornografie grundsätzlich verboten. Wer ihnen auf irgendeine Art und Weise den Konsum von pornografischem Material ermöglicht, macht sich strafbar.
  • Absolut verboten auch für Jugendliche über 16 Jahren und Erwachsene ist die sogenannte "harte" Pornografie (sexuelle Handlungen mit Kindern, Tieren oder Gewalttätigkeiten).
  • Darstellungen von sexuellen Handlungen von und/oder mit Minderjährigen gelten als Kinderpornografie und sind strafbar. Damit ist auch das Sexting von Minderjährigen strafbar. Ausgenommen ist hier das freiwillige Austauschen von entsprechendem Bildmaterial zwischen Jugendlichen von 16 bis 18 Jahren.

 

Das Gesetz im Wortlaut:

Art. 197 StGB

1 Wer pornografische Schriften, Ton- oder Bildaufnahmen, Abbildungen, andere Gegenstände solcher Art oder pornografische Vorführungen einer Person unter 16 Jahren anbietet, zeigt, überlässt, zugänglich macht oder durch Radio oder Fernsehen verbreitet, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft.

2 Wer Gegenstände oder Vorführungen im Sinne von Absatz 1 öffentlich ausstellt oder zeigt oder sie sonst jemandem unaufgefordert anbietet, wird mit Busse bestraft. Wer die Besucher von Ausstellungen oder Vorführungen in geschlossenen Räumen im Voraus auf deren pornografischen Charakter hinweist, bleibt straflos.

3 Wer eine minderjährige Person anwirbt, damit diese an einer pornografischen Vorführung mitwirkt, oder wer sie zur Mitwirkung an einer derartigen Vorführung veranlasst, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft.

4 Wer Gegenstände oder Vorführungen im Sinne von Absatz 1, die sexuelle Handlungen mit Tieren oder mit Gewalttätigkeiten unter Erwachsenen oder nicht tatsächliche sexuelle Handlungen mit Minderjährigen zum Inhalt haben, herstellt, einführt, lagert, in Verkehr bringt, anpreist, ausstellt, anbietet, zeigt, überlässt, zugänglich macht, erwirbt, sich über elektronische Mittel oder sonst wie beschafft oder besitzt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft. Haben die Gegenstände oder Vorführungen tatsächliche sexuelle Handlungen mit Minderjährigen zum Inhalt, so ist die Strafe Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe.

5 Wer Gegenstände oder Vorführungen im Sinne von Absatz 1, die sexuelle Handlungen mit Tieren oder mit Gewalttätigkeiten unter Erwachsenen oder nicht tatsächliche sexuelle Handlungen mit Minderjährigen zum Inhalt haben, konsumiert oder zum eigenen Konsum herstellt, einführt, lagert, erwirbt, sich über elektronische Mittel oder sonst wie beschafft oder besitzt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe bestraft. Haben die Gegenstände oder Vorführungen tatsächliche sexuelle Handlungen mit Minderjährigen zum Inhalt, so ist die Strafe Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe.

6 Bei Straftaten nach den Absätzen 4 und 5 werden die Gegenstände eingezogen.

7 Handelt der Täter mit Bereicherungsabsicht, so ist mit Freiheitsstrafe eine Geldstrafe zu verbinden.

8 Minderjährige von mehr als 16 Jahren bleiben straflos, wenn sie voneinander einvernehmlich Gegenstände oder Vorführungen im Sinne von Absatz 1 herstellen, diese besitzen oder konsumieren.

Das heisst mit anderen Worten: In der Schweiz ist Pornografie für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren verboten. Oder auch ab 16 Jahren erlaubt, im Gegensatz zu vielen anderen Ländern, wo das Schutzalter bei 18 Jahren liegt.

Grundsätzlich verboten, also auch für über 16jährige Personen, ist die sogenannt harte Pornografie. „Harte“ Pornografie umfasst neben Kinderpornografie unter anderem Sodomie, Nekrophilie, Darstellungen von Vergewaltigung und sexuelle Verstümmelung.

Für unsere Zeit vielleicht bezeichnend ist, dass einige Fachleute im Zusammenhang mit sado-masochistischen Praktiken, Gruppensex und dem sogenannten Gang-Bang, Bukakke sowie Praktiken mit Fäkalien und Urin und damit im Zusammenhang mit Praktiken, die durchaus unter den Artikel 197 StGB fallen können, von Pornografie „mittlerer“ Ausprägung sprechen. Diese Unterscheidung gilt natürlich nicht hinsichtlich der gesetzlichen Rahmenbedingungen.

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