unterstützt Eltern in der Medienerziehung

Verfügbarkeit und Komsum von Pornos durch Kinder und Jugendliche

Ungeachtet der gesetzlichen Vorgaben sind pornografische Inhalte im Internet weit verbreitet. Schätzungen gehen davon aus, dass bis zu 40% aller Internetangebote pornografische Inhalte enthalten (Quelle: Prof. Dr. Daniel Süss - IPMZ FS 2008).

Die Suche nach den Stichwort „porno“ liefert tatsächlich weit über 700 Millionen Treffer.

Anders als noch vor wenigen Jahren sind viele solcher Websites kostenlos und mit einem Klick zugänglich. Die meisten bieten Pornovideos oder Ausschnitte aus Pornovideos, manche auch Bilder, Geschichten etc. an.

Einige Angebote erklären immerhin, dass ihre Inhalte für Kinder und Jugendliche nicht erlaubt sind und stellen die Frage nach dem Alter. Eine Massnahme, die jedoch mit einem Klick „umgangen“ werden kann.

So leicht zugänglich waren pornografische Bilder und Filme für Kinder und Jugendliche noch nie – und viele von ihnen, insbesondere männliche Jugendliche, nutzen sie. Gezielt, oder auch zufällig, denn bei der Bilder- und Videosuche können auch Filter der gängigen Suchmaschinen an ihre Grenzen stossen.

Erhebungen und Umfragen zeigen, dass heute eigentlich alle Jugendlichen die einschlägigen Seiten kennen – die Jungs eher aus eigener Anschauung und die Mädchen zumindest vom Hörensagen.

Häufig werden auch die  Begriffe „sex“ und „porno“ von Kindern und Jugendlichen „gegoogelt“: In der Liste der von ihnen am häufigsten gesuchten Begriffe im Internet liegt laut einer Studie aus den USA (Symantec, 2009) „sex“  an der 4. Stelle, „porn“ auf dem sechsten Rang. Diese Zahlen dürften so oder ähnlich auch für Kinder und Jugendliche in der Schweiz gelten.

Wie häufig konsumieren Kinder und Jugendliche pornografische Inhalte tatsächlich? Dazu einige Zahlen:

  • 79 Prozent der (14- bis 17-jährigen) Jugendlichen hatten laut ",Bravo'-Dr.-Sommer-Studie“ 2009 bereits Kontakt zu pornografischen Inhalten wie Analsex, Orgien, Gewalt, SM, Sodomie
  • 47% der männlichen Jugendlichen und 3% der weiblichen Jugendlichen konsumiert fast täglich oder häufiger pornografische Videos und Filme. (Studie des Instituts für Publizistik der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, 2009; befragt wurden 16-19Jährige)

Eine Schweizer Studie, die 2009 an der Universität Freiburg durchgeführt worden ist, bestätigt diese Zahlen auch für die Schweiz:

  • 52 Prozent der befragten 11- bis 16-Jährigen Jugendlichen sind nach eigener Aussage bereits mit Pornografie in Kontakt gekommen, auch hier mehr Jungs (zwei Drittel) als Mädchen (ein Drittel). Das ist natürlich ein Durchschnittswert über die gesamte Altersgruppe.
  • Von den 15-Jährigen z.B. hatten bereits 90 % Kontakt mit Pornografie. Wir erinnern uns: Pornografie ist für unter 16-Jährige eigentlich verboten!
  • Die meisten Jungs finden Pornos erregend (57 %). Viele Mädchen hingegen finden Pornografie abstoßend (46 %).

Mehr zum Thema "Pornografie" siehe Stichworte rechts >>