unterstützt Eltern in der Medienerziehung

"Lifestyle"-Blogs

Wer wissen möchte, was Jugendliche umtreibt, was sie interessiert und was sie beschäftigt, erhält in Blogs einen vertieften Einblick.

Hinter dem harmlos klingendem Namen „Lifestyle“-Blogs können sich neben Mode- oder Musikthemen auch Blogs mit problematischen Inhalten verstecken. „Lifestyle“ werden diese Blogs genannt, weil sie in Blogsverzeichnissen unter der Rubrik „Lifestyle“ zu finden sind. Mit fröhlicher, bunter Mode haben diese Blogs allerdings nichts zu tun. Anorexie- und Bulimiekranke und Jugendliche mit selbstzerstörenden Neigungen haben in diesen Blogs eine Plattform gefunden, über die sie sich gegenseitig unterstützen können, sich mit einem Vertrag zum Durchhalten und Stillschweigen verpflichten und einander auch entsprechende Durchhaltetipps geben. Allerdings nicht etwa, um ihre Krankheit zu überwinden.

Die Betroffenen nennen ihre Essstörung beinahe liebevoll Ana, für Anorexie=Magersucht, und Mia, für Bullimie=Magerbrechsucht. Ihre Blogs sind sich in der Regel zum Verwechseln ähnlich, so wie ihre Geschichten – leider – auch. Ein Grossteil des Blogs widmet sich jeweils dem Erreichen ihres Wunschgewichtes. Entsprechend veröffentlichen sie auch „Rezepte“ zum schnellen Abnehmen, zur Überlistung des Hungergefühls und ihrer Umwelt. Die pro-ana- und pro mia-Anhängerinnen  sind untereinander gut vernetzt und unterstützen sich gegenseitig.

Es ist zwar nicht anzunehmen, dass Jugendliche einfach so „angesteckt“ werden können, wenn sie solche Blogs verfolgen. Allerdings ist das Gewicht und das Bestreben nach einer sehr schlanken Linie gerade bei Mädchen oft ein grosses Thema. Wenn sie im Web nach Informationen zur Gewichtsabnahme suchen, stossen sie schnell auch auf pro-ana- und pro-mia-Blogs.  Einige dieser „Rezepte“ wie „Iss Watte, Moppelchen“ können dann durchaus ein erster Schritt in einen Teufelskreis sein.