unterstützt Eltern in der Medienerziehung

Gewalt in den neuen Medien

Die wohl häufigste Form von Gewalt und Gewaltdarstellungen im Internet sind nach wie vor Spielfilme jeglicher Couleur und Games. 

Gewaltdarstellungen sind nicht etwa das Produkt der neuen Medien. Neu sind aber die vielfältigen Produktions- und Verbreitungsmöglichkeiten solcher Inhalte und der einfache, kostengünstige und weitgehend unbeschränkte Zugang zu solchem Material im Internet.

Und es gibt auch Angebote, die so in ihrer Art doch neu und einzigartig sind und in klassischen Massenmedien in dieser Form nicht vorstellbar wären:

  • Auf auch für Jugendliche zugänglichen Pornoseiten sind auch SM-Pornos zu sehen. Diese sind per Definition mit Gewalt verbunden. Es ist hier sehr schwer, die Grenze zwischen realer und fiktiver Gewalt zu ziehen, d.h. zwischen tatsächlich gewalttätiger Handlungen und „nur“ gestellter, gespielter, vorgegebener oder einvernehmlicher Gewaltanwendung. Kaum nachvollziehbar ist dies auf jeden Fall in den weit verbreiteten Zusammenschnitten aus Pornos, die sozusagen nur das „best of“ oder die „Highlights“ der Pornos zeigen.
  • Die Diskussion um gewalttätige Spiele ist so alt wie die Games selbst. Tatsache ist, dass viele Games Gewalt beinhalten, teilweise als zentrales Element. Solche Games  „belohnen“ z.T. auch erfolgreiche Gewaltanwendung, indem die Spieler nur über sie, also z.B. durch das erfolgreiche Vernichten der Gegner,  höhere Spiel-Levels erreichen. Hier können auch schon mal Köpfe weggesprengt werden.

Doch während bei den PC- oder Konsolengames durch die Alterbeschränkungen und v.a. deren Einhaltung ein gewisser Schutz der jugendlichen Nutzer möglich ist, entfällt dieser online immer öfter. So sind im Internet neben Video-Previews, kostenlosen Demo-Versionen oder Vorankündigungen von auch altersbeschränkten Spielen immer wieder indizierte, d.h verbotene Spiele zugänglich bzw. erhältlich.

Der Gesetzgeber sieht zwar auch in der Gewaltdarstellung Einschränkungen vor:

So sind gemäss Art. 135 des Schweizer Strafgesezbuchs (StGB) Gewaltdarstellungen verboten, .... die, ohne schutzwürdigen kulturellen oder wissenschaftlichen Wert zu haben, grausame Gewalttätigkeiten gegen Menschen oder Tiere eindringlich darstellen und dabei die elementare Würde des Menschen in schwerer Weise verletzen. Strafbar ist auch der Besitz, also z.B. das Downloaden solcher Darstellungen. Der Konsum hingegen ist grundsätzlich erlaubt.

Diese Einschränkungen im Internet durchzusetzen, ist jedoch äusserst schwierig, da das Schweizer Recht eben nur in der Schweiz gilt und viele der problematischen Inhalte auf ausländischen Seiten veröffentlicht werden.

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