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Making of YouTube

                                      



Zusammengefasst

Videoplattformen wie YouTube bieten Information, Zeitvertreib und die Möglichkeit, sich selbst zu Produzieren.

Star für 10 Minuten: Videos, Clips & Co.

Vorbei die Zeiten, da Videos im Internet noch briefmarkengrosse, verpixelte Wackelbilder waren und ständig «einfroren». Dank der hohen Übertragungsgeschwindigkeiten kann heute jeder, der einen halbwegs modernen Computer und einen High-Speed-Internetzugang besitzt, problemlos Videos in hoher Qualität online auf dem Bildschirm anschauen. Und dank Videoportalen wie YouTube und Konkurrenzunternehmen wie Vimeo oder Daylimotion ist man nicht nur zum Zuschauen verurteilt. Jeder kann selbst produzierte Videos ins Netz stellen und – je nach Video – einem Publikum von tausenden, ja 100tausenden von Zuschauern auf der ganzen Welt zugänglich machen.

YouTube hat laut einer aktuellen Studie des Marktforschungsinstitutes «Hitwise» einen Marktanteil von 73 Prozent und ist damit trotz zahlreicher Nachahmer absoluter Marktleader. Es gibt praktisch nichts, was man auf YouTube nicht findet. Filmli à la «Pleiten Pech und Pannen», Videodokumente von Auseinandersetzungen zwischen Polzei und Fussballfans oder Demonstranten, Zeichentrickfilme oder alte und neue Musikvideos. Selbst Filmdokumente aus den 50ern und 40er Jahren finden sich unter den Millionen von Videos.
Dokumetarisches findet sich genauso wie regelrechte Kurzspielfilme von bisher unentdeckten Regie- und Schauspieltalenten. Ein Wiedersehen mit den Muppets? Ernie und Bert? «Black Sabbath» (in Originalbesetzung mit Ozzy Osbourne) oder «Abba»? Mit dem richtigen Suchbegriff findet man auf YouTube alles. Einzige Bedingung: Der Film darf nicht länger sein als 10 Minuten und nicht grösser als 1 Gigabyte (Auf Vimeo zum Beispiel lassen sich auch längere Filme veröffentlichen).

Gegründet wurde YouTube im Februar 2005 in Kalifornien. Das Portal schlug ein, wie eine Bombe. Schon im Herbst 2006 wurden täglich rund 65'000 neue Videos hochgeladen und 100 Millionen (!) Clips angeschaut. Das US-Unternehmen EllacoyaNetworks hat berechnet, das YouTube heute für 10 Prozent des gesamten Internet-Datenverkehrs verantwortlich ist.
Kein Wunder also, das Google schon im Herbst 2006 das junge Unternehmen aufkaufte. Die YouTube-Gründer Chad Hurley, Steve Chen und Jawed Karim erhielten sensationelle 1,5 Milliarden.  Vorläufig führen Hurley und Chen die Geschäfte bei YouTube unabhängig weiter und stehen so in direkter Konkurrenz zum Mutterunernehmen, das mit Googlevideo gerade mal einen Marktanteil von 8,3 Prozent hält.

Ursprünglich hatte YouTube ständig juristische Probleme mit wegen Urheberrechtsverletzungen. Medienkonzerne verlangten Millionenbeträge als Entschädigung. Doch mittlerweile sind die meisten Rechte-Inhaber dem Beispiel der Komikertruppe Monthy Pythons gefolgt. Sie haben direkt einen eigenen Kanal bei YouTube eingerichtet und bekommen einen Anteil an den Inserateeinnahmen und machen erst noch kostenlose Werbung für Filme, Videos, DVDs und CDs. 90 Prozent der Urheberrechtsinhaber ziehen es vor mit YouTube ins Geschäft zu kommen statt zu klagen. Die führenden Medienkonzerne wie CBS, Universal, Lionsgate oder Electronic Arts nutzen YouTube als Werbeplattform. Auch das Schweizer Fernsehen hat mittlerweile einen eigenen Account, auf dem es regelmässig Videos Publiziert.

Obwohl sich die (gerade mal 67) YouTube-Mitarbeiter redlich Mühe geben, nur jugendfreies Material zu veröffentlichen, rutschen immer mal wieder Schmuddelvideos oder rechtsradikale Propaganda durch die Kontrollen. Von Benutzern beanstandete Videos werden aber von den YouTube-Mitarbeitern in der Regel zügig überprüft und wenn nötig gelöscht. Allerdings nicht immer. 2007 zum Beispiel drohte der deutsche Zentralrat der Juden an, YouTube zu verklagen. Der Grund: YouTube hat rassistische Videos trotz Beanstandung nicht gelöscht. Zum Teil werden die entsprechenden Filme auch einfach für registrierte Nutzer zugänglich gemacht. Das ist vor allem problematisch, weil YouTube bei der Registrierung nicht seriös das Alter der Nutzer abklärt.

Trotz allem: YouTube ist nicht mehr wegzudenken und hat, gemeinsam mit der billigen Digicam, eine völlig neue Form von Öffentlichkeit geschaffen. Heute muss sich keiner mehr mit 5 Minuten Ruhm im Leben zufrieden geben. Mit einem spektakulären YouTube-Video, bringt man es Problemlos auf 10.

Videos publizieren:
So wird’s gemacht!
Wer Videos auf YouTube publizieren will, braucht als erstes einen Account. Dazu muss man sich mit einem Usernamen, Passwort und einer gültigen E-Mail-Adresse registrieren.
Ist der Account erstellt und aktiviert, kann man sofort Videos hochladen. Man kann Filme einzeln hochladen oder den YouTube-Uploader zum Hochladen mehrerer Dateien verwenden. Die einzelnen Videos dürfen maximal 1 GB gross und 10 Minuten lang sein.
YouTube akzeptiert alle gängigen Video-Formate. Wenn eines nicht akzeptiert wird, sollte man es vor dem Upload konvertieren. Empfohlen wird mpeg4 für das Bild und mp3 für Ton.
Damit das Video ein Publikum findet, sollte man es mit so genannten «Tags» verschlagworten. Beispiel: einen Film über das Goalie-Training des FC Basel taggt man sinnigerweise mit den Begriffen «FCB», «FC Basel» und «Franco Costanzo».
Das Posten von Material, das Urheberrechte verletzt, kann zur Kündigung des Kontos durch YouTube führen. Ausserdem kann der Eigentümer rechtliche Schritte einleiten und auf Schadensersatz klagen. Die einfachste Methode, dies zu vermeiden, ist einen eigenen Film zu drehen und, so man das wünscht, ihn mit eigener Musik oder solcher mit einer «Creative Commons»-Lizenz zu unterlegen.
Weitere Informationen zu CC: de.creativecommons.org/was-ist-cc/
Eine übersichtliche Anleitung und Hilfe bei Problemen mit dem Upload oder Abspielen von Filmen gibt es unter help.YouTube.com/support/YouTube/

Andere interaktive Videoportale
Myvideo.com
Vimeo.com
Daylimotion.com
VEOH.com
Google-video.com

Überblick über alle Videosites im Web:
www.ovguide.com/