unterstützt Eltern in der Medienerziehung

Negative Aspekte – nicht nur aus Elternsicht

Soziale Netzwerke würden nicht immer wieder kritisiert, wenn nicht auch berechtigte Bedenken gegen eine Nutzung durch Kinder und Jugendliche vorgebracht würden.

  • Die vermeintliche Anonymität innerhalb der Community oder gegenüber der Aussenwelt kann Kinder und Jugendliche dazu verleiten, sich unangemessen zu äussern oder zu benehmen. Im Schutz des Nicknames werden so zum Beispiel Lehrer immer wieder massiv beleidigt oder andere Mitglieder gemobbt.
  • Kinder und Jugendliche geben innerhalb der Community eine Unmenge von teilweise sehr intimen Informationen preis. Sie scheinen sich nicht bewusst, dass sie damit auch ihre eigene Privatsphäre verletzen. Zum einen sind im Internet und auch innerhalb eines sozialen Netzwerkes alle Informationen einem weitaus grösseren Publikum zugänglich, als den meisten bewusst ist. Zum anderen hat niemand mehr die Kontrolle über solche Informationen, wenn sie einmal im Netz sind. Auch nicht über die zur eigenen Person. Bilder und Texte können kopiert und noch Jahre später – auch in äusserst unpassenden Momenten – wieder auftauchen. Darum sollten sich alle immer an die Regel halten: Think before you post!
  • Weil die Person, mit der man im Internet kommuniziert, auch ausgesprochen schlechte Absichten haben kann, oder nicht immer die sein muss, die sie zu sein vorgibt, bergen soziale Netzwerke Sicherheitsrisiken. Hier füllen sich Kinder und Jugendliche zudem oft recht sicher, da sie sich „unter sich“ glauben.
  • Auch innerhalb von sozialen Netzwerken besteht die Möglichkeit, mit Inhalten in Berührung zu kommen, die nicht altersgerecht sind. Wie gross dieses Risiko ist, hängt auch davon ab, ob bereits das Netzwerk an sich altersgerecht ist. Sind 11-jährige Mitglied einer Partycommunity, so kann es durchaus vorkommen, dass sie im Forum detailliertesten Diskussionen zu Sexualpraktiken folgen können. Altersgerecht ist das sicher nicht.
  • Kinder und Jugendliche suchen die Akzeptanz und die Anerkennung ihrer Gruppe und richten sich nach deren Normen und Vorbildern. Diese übernehmen sie auch gerne aus den Medien. Stars aus der Musikszene und aus Filmen werden zum Massstab. Kinder und Jugendliche machen in den einschlägigen sozialen Netzwerken die Erfahrung, dass diejenigen am meisten Applaus bekommen, die diesen Normen und Vorbildern besonders nahekommen. Das heisst vielfach, dass Frauen besonders sexy, aufreizend und passiv, Männer ausgesprochen beherrschend, machohaft und kraftvoll sein sollen. Entsprechend kann Kinder und Jugendliche das eigene Bestreben, dazuzugehören, verleiten, sich auf der Plattform übertrieben sexualisiert zu präsentieren.
  • Nirgendwo sonst, weder in der digitalen noch in der realen Welt, kann so wirkungsvoll, effizient und nachhaltig gemobbt, ausgegrenzt und sozial vernichtet werden wie in sozialen Netzwerken. Zwar bekämpfen viele Betreiber diese Tendenzen, doch die Gefahr, innerhalb einer Community Opfer von Mobbing zu werden, ist nach wie vor deutlich grösser als in der realen Welt.

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