unterstützt Eltern in der Medienerziehung

"Lifestyle"-Blogs: Ana und Mia

Weit weniger harmlos als Tagebücher oder Modeblogs sind die sogenannten „Lifestyle“-Blogs, die ernsthafte Krankheiten und Probleme thematisieren. Die Bezeichnung „Lifestyle“ ist hier mehr als missverständlich. Es geht keineswegs um Style im Sinn der Modeblogs. Die Bezeichnung erklärt sich lediglich durch die Auflistung solcher Blogs  in Blogsverzeichnissen unter der Rubrik „Lifestyle“.

Mit fröhlicher, bunter Mode haben diese Blogs tatsächlich nichts zu tun. Anorexie- und Bulimiekranke und Jugendliche mit selbst-zerstörenden Neigungen haben im Internet Plattformen gefunden, über die sie sich gegenseitig unterstützen können, sich mit einem Vertrag zum Durchhalten und Stillschweigen verpflichten und einander auch entsprechende Durchhaltetipps geben. Allerdings nicht etwa, um ihre Krankheit zu überwinden.

Neben vielen aufklärenden, hilfreichen und zuverlässigen Blogs, die versuchen, objektiv über die Krankheiten aufzuklären und eindringlich vor ihnen warnen, sind auch unzählige sogenannte pro-ana- oder pro-mia-Blogs zu finden,  welche die Essstörung propagieren, schönreden und teilweise fast schon zur Religion erheben.

Die Betroffenen nennen ihre Essstörung beinahe liebevoll Ana, für Anorexie= Magersucht, und Mia, für Bullimie=Magerbrechsucht. Ihre Blogs sind sich in der Regel zum Verwechseln ähnlich, so wie ihre Geschichten – leider – auch. Ein Grossteil des Blogs widmet sich jeweils dem Erreichen ihres Wunschgewichtes. Entsprechend veröffentlichen sie auch „Rezepte“ zum schnellen Abnehmen, zur Überlistung des Hungergefühls und ihrer Umwelt. Die pro-ana- und pro mia-Anhängerinnen  sind untereinander gut vernetzt und unterstützen sich gegenseitig.

Es ist zwar nicht anzunehmen, dass Jugendliche einfach so „angesteckt“ werden können, wenn sie solche Blogs verfolgen. Allerdings ist das Gewicht und das Bestreben nach einer sehr schlanken Linie gerade bei Mädchen oft ein grosses Thema. Wenn sie im Web nach Informationen zur Gewichtsabnahme suchen, stossen sie schnell auch auf pro-ana- und pro-mia-Blogs.

Einige dieser Rezepte können dann durchaus ein erster Schritt in einen Teufelskreis sein: