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Klick, Klick und ...meins!

Zum Urheberrecht in den neuen Medien

Das Urheberrecht schützt alle Werke vor fremdem Zugriff. Das heisst, es legt fest, dass der Urheber das ausschliessliche Recht hat, über sein Werk zu verfügen und damit zu bestimmen, ob, wann, wo, in welcher Form und zu welchem Preis ein Werk veröffentlicht wird.

In der Schweiz gilt, dass ein Werk ohne weitere Formalitäten urheberrechtlich geschützt ist, sobald es erstellt worden ist. Der Schutz besteht bis 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers, mit Ausnahme von Informatikprogrammen, bei denen der Schutz insgesamt nur 50 Jahre gewährleistet ist.

Das zur Zeit noch geltende Urheberrecht stammt aus dem Jahr 1992. Das revidierte und an die Fragestellungen in den neuen Medien angepasste Urhebergesetz ist seit 1. Juli 2008 in Kraft.

Download ja – aber richtig!

Doch bereits heute ist die Nutzung von urheberrechtlich geschützten Werken, also das Downloaden von Bild- oder Tondaten, in den neuen Medien weitgehend geregelt. Illegal ist auch in den neuen Medien das Verbreiten von urheberrechtlich geschützten Werken ohne ausdrückliche Genehmigung.

Genutzt werden dürfen diese Werke jedoch durchaus. Als Faustregel gilt: Für den privaten Gebrauch können Lieder, Bilder, Texte und Filme aus dem Internet heruntergeladen werden und Sicherungskopien von CDs und DVDs erstellt werden, selbst wenn dafür Kopiersperren umgangen werden müssen. Verwendet werden dürfen diese Daten anschliessend laut Gesetz im persönlichen Bereich und im Kreis von Personen, die unter sich eng verbunden sind wie Verwandte und Freunde.

Für den Eigengebrauch dürfen gratis heruntergeladene Daten zudem auf Abspielgeräte wie MP3-Players oder iPods geladen werden. Bei gekauften Daten ist darauf zu achten, dass die mit dem Kauf erworbenen Nutzungsrechte nicht verletzt werden und die Daten nicht mehrmals als erlaubt kopiert werden. Diese Angaben findet man in den „Allgemeinen Geschäftsbedingungen“ des jeweiligen Anbieters.

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Peer-to-Peer-Tauschbörsen

Werden Daten von Tauschbörsen geladen, ist die Rechtslage etwas weniger eindeutig. Von den Plattenfirmen u.a. nicht gerne gesehen, bieten solche Börsen kostenlos Musik in Filme zum Download an. Auch hier gilt, dass Herunterladen von Musik und Filmen für den Eigengebrauch grundsätzlich legal ist. Illegal hingegen ist auch hier wieder das Verbreiten von urheberrechtlich geschützten Werken, also das Hochladen. Da in einigen Tauschbörsen vom eigenen Computer automatisiert Daten hochgeladen werden und damit die Grenze in eine rechtliche Grauzone überschritten wird, ist es dringend angezeigt zu klären, wie eine Tauschbörse funktioniert und wie nötigenfalls Vorkehrungen gegen einen automatischen Upload getroffen werden können.

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Werke legal nutzen und veröffentlichen

Für den Eigengebrauch dürfen auch frei zugängliche Texte und Bilder heruntergeladen und genutzt werden. Teile von Texten dürfen zudem auch veröffentlicht werden, allerdings als Zitat gekennzeichnet, mit Angabe der entsprechenden Quelle und in einem verhältnismässigen Umfang – ein ganzes Buch als Zitat „verkleiden“ und ins Netz stellen darf man natürlich nicht.

Also keine Chance, den selbst gedrehten Kurzfilm, den man auf einer Website veröffentlichen möchte, mit einem Song der Lieblingsband zu untermalen und mit Originalaufnahmen aus einem Hollywoodstreifen zu ergänzen? Doch. Allerdings müssen in diesem Fall die nötigen Rechte erworben werden. Dazu muss man sich an die zuständige Verwertungsgesellschaft wenden:

  • für Musikstücke an die SUISA
  • für literarische Texte an die ProLitteris, die Urheberrechtsgesellschaft für Literatur und bildende Kunst
  • für audiovisuelle Werke an SUISSIMAGE
  • für audiovisuelle und dramatische Werke an SSA
  • für Fotografien an den betreffenden Fotografen bzw. die Fotoagentur, welche die Rechte am gewünschten Bild besitzt.

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Urheberrecht gilt für alle

Selbstverständlich haben auch Kinder und Jugendliche ein Urheberrecht auf ihre Werke. So dürfen weder wir Eltern ungefragt eine Zeichnung unserer Kinder, noch darf ein Lehrer die Aufsätze seiner Schüler frei zugänglich ins Netz stellen. Letzterer müsste bei minderjährigen Schülern streng gesehen die Zustimmung von deren gesetzlichen Vertretern, in der Regel also der Eltern, einholen.

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Weitere Informationen zum Urheberrecht

Eidgenössisches Institut für geistiges Eigentum 
Gesetzestext zum Urheberrecht 
Handlungshilfe „CDs brennen und Tauschbörsen“ der Stiftung für Konsumentenschutz