unterstützt Eltern in der Medienerziehung

Sicherheit für Computer und Daten

In der Informationsgesellschaft werden Daten systematisch gesammelt und verwaltet. Wir sammeln und verwalten Unmengen von Informationen, Adressen, Terminen oder Bildern. Was für uns persönlich bestimmt war, kann von Dritten willkürlich zerstört oder missbräuchlich eingesetzt werden. Besonders gefährdet sind einmal mehr Kinder und Jugendliche. Den wenigsten von ihnen ist bekannt, dass sie die meisten solcher Daten freiwillig zur Verfügung stellen.

Warum auch immer Dritte versuchen, Zugriff auf unsere Computer und unsere persönlichen Daten zu erhalten – wir sollten es ihnen nicht auch noch leicht machen. Mit dem Internet verbundene Computer sollten unbedingt gegen Viren, Spyware & Co. sowie gegen Datendiebstahl und -missbrauch geschützt sein. Zwingend dazu gehört:

Betriebssystem aktuell halten

Alle Betriebssysteme werden immer wieder aktualisiert. Unter anderem werden so erkannte Sicherheitslücken geschlossen. Weil aber auch die Datendiebe & Co. laufend aufrüsten und neue Schleichwege zu unseren Daten finden, ist dringend anzuraten, immer mit der aktuellsten Version des Betriebssystems zu arbeiten. Die gilt grundsätzlich auch für die Browser. Hier sollte jedoch darauf geachtet werden, dass der Browser nach einer Aktualisierung auch wieder unter den gleichen – wenn nicht besseren – Sicherheitseinstellungen arbeitet. Informationen über Aktualisierungen von Software sind auf den Websites der Anbieter zu finden oder können über das eigene Betriebssystem abgefragt werden („Software aktualisieren“ o.ä.).

Firewall und Antivirenprogramme einsetzen

Den absoluten Schutz gibt es nicht. Doch Firewalls und Antivirenprogramme können einen guten Verteidigungsring rund um die eigenen Daten bilden. Auch hier gilt: unbedingt aktuelle Versionen einsetzen.

Sicherheitsprüfung

Wer wissen will, wie es um die Sicherheit seines Computers steht, kann hier eine einfache Sicherheitsprüfung durchführen. Beachten Sie aber bitte, dass auch ein positives Ergebnis keine Sicherheitsgarantie ist.

Sichere Passwörter verwenden

Je komplexer ein Passwort ist, desto sicherer ist es. Allerdings ist es auch nicht so einfach zu merken. Eine Möglichkeit ist, die Anfangsbuchstaben der Wörter eines vertrauten Satzes zu verwenden. Zum Beispiel: «Unser Martin wurde 99 geboren.» Das ergibt das Passwort UMw99g. Leicht zu merken, aber schwer zu erraten. Diese Methode ist durchaus auch für Kinder und Jugendliche geeignet.
Passwörter sollten auch an niemanden, auch nicht an die besten Freunde, weitergegeben werden.

Nur unter höchsten Sicherheitseinstellungen surfen

Browser können individuell eingestellt werden. Am sichersten surft, wer auf seinem Computer die höchstmöglichen Sicherheitseinstellungen aktiviert.

Keine persönlichen Daten im Browser speichern

Browser sind mehr Türen als Sicherheitsschleusen zum Web. Im Browser gespeicherte Daten sind keineswegs vor unbefugtem Zugriff sicher. Besonders dann nicht, wenn mehrere Personen einen Computer nutzen. Sind Cookies deaktiviert, werden keine persönlichen Daten im Browser gespeichert. Kinder und Jugendliche sollten auch wissen, dass Cookies grundsätzlich auch auf Computern gespeichert werden können, die sie in der Schule oder bei Freunden nutzen. Wer sicher gehen will, dass keine persönlichen Daten im Browser solcher Computer liegen bleiben, sollte darauf bedacht sein, „seine“ Cookies zu löschen.

Persönliche Daten nicht für Marketingzwecke freigeben

Allgemeine Geschäftsbedingungen sollten unbedingt gelesen werden. Vielfach sehen sie vor, dass die eingegebenen persönlichen Daten an Dritte weitergegeben werden oder für Marketingzwecke verwendet werden dürfen. Falls nicht die Möglichkeit besteht, dies ausdrücklich zu untersagen, ist Vorsicht geboten. Das gilt auch bei der Bestellung von Newslettern, der Teilnahme an Wettbewerben etc. Gerade Kindern und Jugendlichen ist selten bewusst, dass sie so ihre persönlichen Daten freiwillig zur Verfügung stellen.

Nur obligatorische Informationen angeben

Je weniger persönliche Daten weitergegeben werden, desto sicherer. In Formularen sollte daher nur eingegeben werden, was zwingend verlangt wird. Dies gilt insbesondere dann, wenn sich die Betreiber der Website nicht von vornherein verpflichten, keine Daten an Dritte weiterzugeben oder nicht die Möglichkeit besteht, die Weitergabe und Verwendung für Marketingzwecke ausdrücklich zu untersagen.

Vorsicht beim Herunterladen von Daten

Alle Daten, die aus dem Internet heruntergeladen werden, können grundsätzlich Viren oder andere Schädlinge enthalten. Dies gilt für das Öffnen von Anhängen in Mails genauso wie für das Herunterladen von Musik und Bildern. Nach Möglichkeit sollten nur absolut zuverlässige Daten geladen werden. In der Praxis heisst das: keine Anhänge von Mails öffnen, deren Absender man nicht kennt, die man nicht erwartet oder die einen verdächtigen Titel haben („Sie haben gewonnen!“). Für das Herunterladen von Ton- und Bilddaten sollten nur vertrauenswürdige Anbieter genutzt werden. Für Kinder und Jugendliche ist dies noch schwerer zu beurteilen als für Erwachsene. Sie sollten auch wissen, dass Leichtsinn beim Herunterladen von Daten grossen Schaden anrichten kann. Hier kann es sinnvoll sein zu vereinbaren, welche Download-Sites genutzt werden dürfen.

Lesen von Lizenzvereinbarungen

Auch wenn es noch so lästig ist: Lizenzvereinbarungen sollten unbedingt gelesen werden, um vor unliebsamen Überraschungen sicher zu sein. Schliesslich erklärt man sich mit dem „Klick“ auf die „Akzeptieren“-Taste mit all dem einverstanden, was dort steht.

Sicherungskopien wichtiger Dateien anlegen

Weil es eben keinen absoluten Schutz gibt, ist es sinnvoll, auch von privaten Computern regelmässig Backups zu machen. So gehen im Fall der Fälle nicht ganze Fotodatenbanken, Rezeptsammlungen oder der halbfertige Vortrag des älteren Bruders verloren.