unterstützt Eltern in der Medienerziehung

Mein Bild gehört mir

Wer ein Bild einer Person ohne deren Einwilligung veröffentlicht, handelt rechtswidrig und macht sich unter Umständen strafbar. Dies mag angesichts der Bilderflut gerade auf Community-Seiten erstaunen. Es ist kaum anzunehmen, dass für jedes einzelne Bild, das Nutzer von Dritten veröffentlichen, das Einverständnis eingeholt worden ist. Doch das sogenannte Recht am eigenen Bild regelt die Zuständigkeit klar und schliesst neben Fotografien auch gemalte oder gezeichnete Bilder sowie Karikaturen ein.

Für das Aufnehmen, Erstellen und insbesondere für eine Veröffentlichung und/oder Verbreitung solcher Bilder braucht es grundsätzlich die Einwilligung der abgebildeten Person – auch im Internet.

Hat man das Bild nicht selbst aufgenommen oder erstellt, verletzt man durch eine Veröffentlichung und/oder Verbreitung zudem das Urheberrecht. Mehr dazu hier.

In der Praxis wird es von den Beteiligten offensichtlich vielfach in einer Art stummen Einverständnisses akzeptiert, wenn jemand Bilder von Freunden, Bekannten oder Mitschülern auf seiner persönlichen Seite in einer Community veröffentlicht. Dennoch hat man, wenn man dies möchte, das Recht zu verlangen, dass das eigene Bild entfernt wird.

In keinem Fall sollten jedoch Bilder veröffentlicht werden, welche die abgebildete Person blossstellen, verunglimpfen, lächerlich machen oder beleidigen.

Die Einwilligung für eine Veröffentlichung kann durchaus auch mündlich eingeholt werden. Bei unmündigen Personen, also Kindern und Jugendlichen, müssten grundsätzlich die Eltern beigezogen werden.

Das Recht auf das eigene Bild haben lediglich Personen des öffentlichen Lebens, also etwa berühmte Schauspieler, Musiker oder Politiker, ein Stück weit eingebüsst. Darum muss auch niemand eine Einwilligung einholen, um die eigene Website mit einem im Web verfügbaren Bild des Lieblingsstars verzieren zu können. Aber auch Bilder von Privatpersonen, die an öffentlichen Anlässen wie Konzerten, Sportveranstaltungen etc. teilgenommen haben und dabei fotografiert wurden, dürfen grundsätzlich veröffentlicht werden – allerdings nur in Zusammenhang mit der Berichterstattung über den betreffenden Anlass.

Was tun, wenn das Recht auf das eigene Bild nicht gewahrt wird? Nach schweizerischem Recht können rechtliche Schritte gegen den Verletzer eingeleitet werden, und zwar bereits gegen eine drohende Verletzung, wie auch auf Beseitigung der Verletzung oder auf Feststellung der Widerrechtlichkeit. Des Weiteren kann unter Umständen auch eine Wiedergutmachungsklage eingereicht werden.