unterstützt Eltern in der Medienerziehung

Wer sein Wissen im Bereich Jugendsprache testen möchte, kann sein Glück in Online verfügbaren, nicht allzu ernst gemeinten Tests versuchen:

- Checkst du’s, Alder?

- Was bedeutet ...

Was ist Jugendsprache?

Bis vor wenigen Jahren war die Jugendsprache im Grunde eine fast ausschliesslich gesprochene Sprache. Dies hat sich mit dem Aufkommen der neuen Medien nachhaltig verändert. SMS, Instant Messages oder Chatbeiträge werden von Jugendlichen in den seltensten Fällen in der Standardsprache bzw. in Standarddeutsch verfasst. Unbeschwert wird da in die Tasten getippt, was man zu sagen hat. In der Regel in freier Orthografie und ohne Rücksicht auf Syntax oder gar Interpunktionsregeln kommunizieren Kinder und Jugendliche via Handy, Mail oder das www miteinander. Gleichzeitig tritt die Jugendsprache in den letzten Jahren vermehrt über Werbung und die Massenmedien an eine breitere Öffentlichkeit. All dies führt dazu, dass Erwachsene kaum umhin können, sich mit dem Phänomen Jugendsprache auseinanderzusetzen.

Unter Jugendsprache versteht man im Allgemeinen die verschiedenen Varianten der Umgangssprache von Jugendlichen. Jugendsprache richtet sich fast ausschliesslich an gleichaltrige Jugendliche, an die jeweilige Bezugsgruppe, an die sogenannte Peer Group.

Obwohl sich die Jugendsprache als eine Ansammlung von ausserordentlich lebendigen und situationsgebundenen Sprachvarianten nicht leicht katalogisieren lässt, können einige strukturelle Merkmale identifiziert werden, die bevorzugt eingesetzt werden:

  • Spezielle Anreden und Partnerbezeichnungen
  • Griffige Namen und Sprüche
  • Einsatz von Metaphern, Wortbildern
  • Verstärkung durch Entzückungs- und Fluchwörter
  • Sprachspielereien, Lautverkürzungen und Lautschwächungen, Akzentverschiebungen
  • Einsatz von lautmalenden Worten
  • Neue Wortschöpfungen
  • Verwendung von Anglizismen; Einbezug englischsprachiger Begriffe
  • Anleihen bei anderen Gruppensprachen (z.B. HipHopper-Szene, Rapperslang) mit dem Ziel, Zugehörigkeit zu demonstrieren.
  • Umdeuten von Wörtern beziehungsweise das Hinzufügen neuer Bedeutungen;

Letzteres ist das wohl wichtigste Merkmal von Jugendsprache. Besonders gerne werden dafür Begriffe der Fäkalsprache und der Sexualität verwendet. Ein besonders schönes Beispiel dafür ist die Bedeutungsverschiebung, die das unterdessen fast schon salonfähige Wort „geil“ erfahren hat.

Immer wieder wird der Versuch unternommen, mit Lexika, Glossars und anderen Übersetzungshilfen der Jugendsprache beizukommen und sie für Erwachsene zu entschlüsseln. Auch sie scheitern letztlich an der Schnelllebigkeit dieser Codes. Einen Unterhaltungswert haben sie jedoch durchaus.
Ein Beispiel: PONS Wörterbuch der Jugendsprache. Die Ausgabe 2008 kann hier bezogen werden.