unterstützt Eltern in der Medienerziehung

Im Netz erfolgreich kommunizieren

Im realen Leben spielen in der Kommunikation, im Austausch zwischen zwei oder mehreren Personen, neben der Sprache auch eine ganze Reihe weiterer Faktoren eine bedeutende Rolle. Im persönlichen Gespräch beeinflussen sowohl die Gesprächssituation wie auch das Alter, das Aussehen, die soziale Stellung etc. des Gegenübers die Wahrnehmung und das eigene Verhalten. Dazu kommen noch die nonverbalen, also nicht gesprochenen, Kommunikationsbeiträge wie Mimik, Gestik, Tonfall oder auch die Ausstrahlung. Auch in der herkömmlichen schriftlichen Kommunikation wie einem Briefwechsel beeinflussen noch Handschrift, Schriftwahl, Papier, Stil oder Tintenfarbe die Wahrnehmung und lassen Rückschlüsse auf das Gegenüber zu.

Die Kommunikation im Internet hingegen ist schnell, unkompliziert und bei Bedarf anonym. Kommuniziert wird schriftlich, doch der Schreibstil scheint eher einheitlich und der gesprochenen Sprache ähnlich. Der soziale Austausch wird zudem technisch vermittelt und basiert daher – einmal von VoIp mit Webcam abgesehen – auf Text und Bildern. Hier entfallen so gut wie alle Interpretations- und Verständnishilfen, die in der realen Welt Kommunikation entscheidend prägen.

Wer mit den neuen Medien erfolgreich kommunizieren will, muss sich bewusst machen, dass

  • Kommunikation im Internet unabhängig von Ort und Zeit und damit auch flexibler ist.
  • es nicht immer vorhersehbar ist, ob Kommunikationspartner verfügbar sein werden.
  • kulturelle Unterschiede kaum auf den ersten Blick wahrzunehmen sind.
  • die Kommunikation im Internet über kulturelle Grenzen hinausgehen kann.
  • die Abwesenheit von Interpretations- und Verständnishilfen zu Missverständnissen führen kann.
  • die schriftliche Ausdrucksfähigkeit und die Textverständniskompetenz des Einzelnen besonders gefordert sind.
  • die Anonymität in Chatrooms & Co. nur relativ ist.
  • die vermeintliche Anonymität nicht davor schützt, als Urheber eines Textes oder einer Nachricht ausfindig gemacht zu werden.
  • der Gesprächspartner nicht zwangsläufig der ist, für den er sich ausgibt.
  • es die Kommunikation im Internet möglich macht, mit Rollen und Identitäten zu spielen.

All diese Aspekte kennzeichnen die Kommunikation im Internet per se weder als gut noch als schlecht.  Vielfach bergen sie sogar gleichermassen grossartige Chancen wie auch Risiken. Gerade für Kinder und Jugendliche ist es wichtig, dass sie Gelegenheit bekommen, sich auch theoretisch mit den Besonderheiten der Kommunikation im Internet auseinanderzusetzen.

Viele Chatrooms und Social Networking-Angebote haben zudem, um den negativen Auswüchsen vorzubeugen, mit den sogenannten Netiquetten Regeln für die internetbasierte Kommunikation auf ihren Plattformen festgelegt. Beispiel