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Die guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen – Information aus dem Internet auswerten

Im www sind Informationen unterschiedlichster Qualität vorhanden: richtige, falsche, objektive, subjektive, wissenschaftliche, populärwissenschaftliche, echte und ausgedachte.
Informationen aus dem Internet müssen, bevor sie verwendet werden können, zunächst richtig sortiert, zugeordnet,  interpretiert und bewertet werden. Hier liegt sicher die grösste Herausforderung der Internetrecherche. Nicht nur Kinder und Jugendliche sind hier oft überfordert. Immer wieder werden auch von erfahrenen Internetrechercheuren wie Journalisten und Wissenschaftlern Falschmeldungen aus dem Web für bare Münze gehalten und auch weiterverbreitet. Ein besonders beeindruckendes Beispiel ist jenes von einem „Bund Deutscher Juristen", der angeblich forderte, dass in Deutschland "leichte Folter" zugelassen werden solle. mehr 

Für eine Auswertung der Informationen aus dem Web sollten folgende Faktoren berücksichtig werden:

Die Reihenfolge der Ergebnisse kann, muss aber nicht Rückschlüsse auf die Relevanz der Website für die gesuchten Begriffe ermöglichen. Darum ist es nicht angebracht, sich beispielsweise bei 1300 Treffern oder Ergebnissen mit der Durchsicht der ersten 20 Websites zufriedenzugeben. Mögliche Strategien, um die Ergebnisliste auf eine vernünftige Länge zu reduzieren:

  • Die Suche weiter verfeinern
  • Anhand von Merkmalen wie der Top Level Domain oder der URL ungeeignete Websites aussortieren
  • Nicht erwünschte Werbung aussortieren
  • Die Ergebnisse nach Niveau bzw. Schwierigkeitsgrad sortieren und ungeeignete Websites nicht berücksichtigen. So sind zum Beispiel Websites von Universitäten in den meisten Fällen für Kinder und Jugendliche als Informationsquelle (noch) nicht geeignet.

Die Quelle einer Information kann erste Rückschlüsse darauf ermöglichen, wie zuverlässig diese Information tatsächlich auch ist. Wurde über eine Web-Suchmaschine nach dem Wortlaut einer Gesetzesvorlage gesucht, müssen die Ergebnisse zunächst hinterfragt werden. Wurde unter admin.ch gesucht, so kann grundsätzlich davon ausgegangen werden, dass die gefundenen Informationen korrekt sind. Auch Informationen aus Wikis, als auch von Wikipedia, sollten überprüft werden. Da hier eigentlich jeder mitschreiben kann, ist es möglich, dass falsche Informationen verbreitet werden. Zudem kommt es immer wieder vor, dass Einträge manipuliert werden. mehr

Werbung ist im Web nicht immer von Information zu unterscheiden. Wer sicher gehen will, dass er Informationen und nicht Verkaufsargumente verwertet, sollte besonderes Augenmerk auf das Umfeld von Websites legen. mehr

Wer Informationen über das Internet verbreitet, tut dies immer mit einer bestimmten Absicht. Dies kann die Absicht sein zu informieren, aber auch zu manipulieren, zu verkaufen, zu indoktrinieren, Entscheidungen zu beeinflussen oder gezielt Falschmeldungen zu verbreiten. Die Antwort nach den Zielen einer Informationsveröffentlichung liegt bei ihrem Urheber oder Autor. Äussert sich dieser auf der Website nicht explizit, so muss aus der Art der Website auf seine Absichten und Interessen geschlossen werden. Etwa mit Fragen wie: Ist es eine private Site mit persönlichen Kommentaren oder ein Text auf der Seite einer NGO? Manchmal ist der Autor einer Information aber auch bekannt, etwa als Politiker. In diesem Fall wird man eine Information in Zusammenhang mit der politischen Haltung, die der Betreffende bisher eingenommen hat, interpretieren.

Falschmeldungen oder die sogenannten Hoaxes haben im Internet Hochkonjunktur. Für den Laien sind sie oft nur dann erkennbar, wenn sie am 1. April veröffentlicht werden oder so absurd sind wie die Geschichte vom tödlichen Rattenurin in Getränkedosen. In anderen Fällen kann ein deutschsprachiger Suchdienst erste Hilfe leisten.

Nur Originalinformationen sollten verwendet oder gar zitiert werden. Im Internet wird trotz Urheberrecht und Copyright fleissig kopiert und gerne vergessen, die Quelle anzugeben. Wer ganz sicher gehen will, dass die vorliegende Information nicht etwa ein Plagiat ist, kann unter Google oder copyscape nach möglichen Originalen suchen.

Verlinkungen zu anderen Websites lassen darauf schliessen, wie andere Nutzer die Site bewerten. Informationen werden auch von anderen Nutzern des Internet ausgewertet. Werden sie für gut befunden, werden die entsprechenden Websites gerne verlinkt. Dies ist ein brauchbarer Ansatzpunkt, um die Zuverlässigkeit einer Website einzuschätzen. Verlinkungen können recht einfach abgefragt werden. Viele Suchmaschinen kennen den Befehl „link:betreffende URL“ also etwa link:admin.ch. Auch hier sind die Ergebnisse allerdings kritisch zu hinterfragen. Nicht die Menge der Verlinkungen, sondern die Qualität der Sites, die Links gesetzt haben, ist ausschlaggebend.

Last but not least: Die Quellen von Informationen sollten immer dann, wenn diese für eine Weiterverarbeitung, also etwa einen Vortrag, benutzt werden, protokolliert werden! So lassen sich Vorwürfe des Abschreibens, aber auch Verstösse gegen das Urheberrecht vermeiden.