unterstützt Eltern in der Medienerziehung

Cybermobbing real

"Stop Cyber-Mobbing"

Spot der europäischen Kommnission zum Thema Mobing im Internet.

Cyber-Mobbing ist für viele nur allzu real.

Sendung des 3sat-Magazins "neues", Teil 1

Teil 2

Teil 3

Cyber-Mobbing, Happy Slapping & Co.: So können Handys missbraucht werden.

Die Formen missbräuchlicher Nutzung von Handys sind vielfältig. Neben der Beschaffung und Verbreitung von ungeeigneten oder gar illegalen Inhalten, stehen dabei unterschiedlichste Formen von Mobbing im Vordergrund.

Mobbing, auf Deutsch "(an)pöbeln", ist an sich nichts Neues. Auch früher wurde gehänselt, ausgegrenzt, getriezt, verleumdet, diffamiert und denunziert. Durch den Einsatz der neuen Medien zu Mobbingzwecken kann Mobbing eine erschreckende Eigendynamik entwickeln.

Cyber-Mobbing

Auch Cyber-Bulling und e-Bulling genannt. Die Begriffe stehen ganz allgemein für Mobbing im Internet per Computer oder Handy. Wie viele Kinder und Jugendliche davon wirklich betroffen sind, ist schwer zu sagen. Neben den teilweise recht extremen Einzelfällen, über die in den Medien berichtet wird, ist wohl von einer breiten Grauzone auszugehen. Sowohl die Europäische Kommission in Brüssel, wie auch die JIM-Studie 2008 gehen davon aus, dass in Deutschland bereits mindestens jeder fünfte Jugendliche mit Cyber-Bulling konfrontiert worden ist. Mädchen sind in der Regel mehr betroffen. Die Übergriffe reichen vom Weiterleiten privater Nachrichten oder Bildern an Dritte, Beschimpfungen und Beleidigungen, das Verbreiteten von Gerüchten bis hin zu wahren Hetzkampagnen.

Kinder und Jugendliche sollten wissen, dass sie sich gegen Cyber-Bulling wehren können. In einem ersten Schritt ist es immer sinnvoll, nicht auf die Anmache einzugehen und die Mobber einfach zu ignorieren oder zu sperren. Genügt das nicht, um die Belästigungen abzuwehren, so sollten sich die betroffenen Kinder und Jugendlichen an ihre Eltern, ihre Lehrer und gegebenfalls auch an die Betreiber der Plattformen wenden, über welche die Übergriffe stattfinden. In jedem Fall sollten ausserdem Beweise gesichert werden (z.B. über Screen-Shots), um notfalls belegen zu können, was genau vorgefallen ist.

Happy Slapping

Vereinfacht gesagt ist "Happy Slapping" die verharmlosende und von den Kindern und Jugendlichen hierzulande wenig genutzte Bezeichnung für eigentliche Prügel-Videos. Auf diesen sind manchmal inszenierte, allzu oft jedoch reale, provozierte Schlägereien bzw. ein gezieltes oder auch wahlloses Zusammenschlagen von Personen zu sehen. So oder so handelt es sich dabei nicht um harmlose oder gar lustige Scherze.

Der Reiz solcher Videos liegt für die Täter einerseits in der Demütigung der Opfer. Dies und die eigene vermeintliche Überlegenheit werden zudem verstärkt durch die Öffentlichkeit, welche solche Videos durch das Hochladen und Ausschalten auf Videoplattformen und in sozialen Netzwerken erhalten.

Ein wesentlicher Verbreitungskanal solcher Filme sind aber die Handys. Mit diesen werden sie in der Regel auch aufgenommen. Als mms oder über drahtlose Schnittstellen verschickt verbreiten sie sich in kürzester Zeit und entziehen sich so auch der Kontrolle der "Autoren". Besonders problematisch ist auch, dass im Internet ausgesprochen brutale "Happy Slapping"-Filme kursieren. Auch diese können ohne Weiteres auf die Handys von Kindern gelangen.

Was Kinder und Jugendliche vielfach nicht wissen oder nicht ernst nehmen: Mit dem Happy Slapping werden werden nicht nur moralische und ethische, sondern auch strafrechtlich relevante Grenzen überschritten. Denn gemäss Art. 135 StGB sind bereits Besitz und Weitergabe von Gewaltdarstellungen gegen Mensch und Tier verboten und gelten als Offizialdelikt.

Sexting & Co.

Was oft als scheinbar harmloser Austausch von Intimitäten in einer Beziehung beginnen mag, kann schnell zu einem wahren Alptraum werden. Tauschen Erwachsene untereinander erotische Bilder voneinander aus (=Sexting), so tun sie dies in Eigenverantwortung. Bei Jugendlichen oder gar Kindern ist dies viel problematischer. Jugendliche, die im Überschwang der Gefühle (und der Hormone) Intimes von sich preisgeben, tun dies meist voll Vertrauen und ohne Misstrauen zu ihrem Gegenüber. Sie bedenken nicht, dass immer gilt: Was einmal im Netz oder auf einem Handy ist, kann in unbefugte Hände gelangen; sei es durch Leichtsinn, Angeberei oder böswillig aus Rache oder in Mobbingabsichten. So kann ein erotischer Geburtstagsgruss für den Liebsten auch schon mal auf den Handys sämtlicher Mitschüler landen.

Geprellt und betroffen sind in solchen Fällen nicht nur die Opfer. Die Empfänger solcher Inhalte können ihrerseits so sexuell belästigt werden. Dazu gehören neben dem Zustellen von erotischen oder pornografischen Bildern auch Nachrichten sowie Links auf Seiten mit entsprechendem Inhalt.

Was Kinder und Jugendliche vielfach nicht wissen aber wissen sollten: Mit dem öffentlich-zugängig-Machen eines Bildes einer anderen Person verletzen sie nicht nur deren Recht am eigenen Bild sowie deren Privatsphäre.
Je nach Inhalt der Bilder, Texte oder Links können sie sich darüber hinaus strafbar machen. Denn in der Schweiz dürfen Kindern unter 16 Jahren pornografische Bilder, Filme oder Texte nicht gezeigt werden (Artikel 197 des StGB). Das gilt auch für Jugendliche! Strafbar macht sich auch, wer solche Material länger als 3 Wochen auf seinem Gerät speichert.
Doch das betrifft nur die sogenannte "legale Pornografie". Bei der illegalen Pornografie (sexuelle Handlungen mit Kindern, Tieren, menschlichen Ausscheidungen oder Gewalttätigkeiten) sind bereits Besitz und Download strafbar – und das ab dem Alter von 10 Jahren! Ebenso strafbar macht sich, wer sexuelle Handlungen abbildet, wenn eine der beteiligten Person unter 16 Jahren ist.